Teller Herschmann kam, noch immer hart und trotzig, aber der Anblick seines Kindes erweichte sein steinernes Herz.

»Ich will also die Hochzeit feiern mit Mark Leiser«, sprach Mathele, »aber Du musst Dich damit beeilen, Tate. Wenn ich schon das Kapores bin, so will ich doch nicht zwecklos geopfert sein. Hast Du Mark Leiser's Geld in Dein Geschäft gezogen, dann darf ich ja wohl sterben, und ich werde sterben. Mach' es rasch ab, Tate, denn Du kannst doch nicht dem Mark Leiser eine Todte zum Weibe geben.«

Teller Herschmann nahm sich mit beiden Händen beim Kopf und rannte fort, er rannte geradeaus zu Jonas Bienenfeld.

»Mathele stirbt,« schrie er und raufte sich den Bart, »rette sie, Jonas. Ich bezahle, was Du willst.«

»Ich bin nicht der Arzt, um Mathele zu heilen.«

»Also keine Hülfe? keine?«

»Doch – aber der sie heilen kann – ist nur Einer – Abner Barach.«

»Er soll kommen«, schrie Teller Herschmann, »wenn er Mathele rettet, geb' ich sie ihm zur Frau, Gott soll mich strafen, die Erde soll sich aufthun, und das Feuer der Hölle soll mich verschlingen, wenn ich es nicht thue; wenn er sie aber nicht rettet, dann bekommt er sie nicht.«

»Du kluger Mensch«, erwiderte Bienenfeld bitter lächelnd, »wenn er Mathele nicht rettet, wenn sie stirbt, wird sie Abner so nicht zum Weibe nehmen können.«

»Ich bin schon ganz verwirrt«, seufzte Teller Herschmann.