»Hier«, rief sie, »Baruch! Ich habe ihn in einen Bären verwandelt.«

Markus zweifelte keinen Augenblick, dass sein Kind die Wahrheit sprach, hatte ihm doch vor Kurzem erst ein polnischer Jude erzählt, dass eine Gans in seinem Orte, als man sie schlachtete, Schma Israel! (Wehe Israel!) gerufen und dass man hierauf grossen Missbrauch in der Gemeinde entdeckt habe. Auch der Talmud erzählte ja ähnliche Fälle.

»Wie hast Du ihn aber verwandelt?« fragte die Mutter starr vor Schrecken.

»Ich habe ihm Wasser in das Gesicht gespritzt«, gab Jessika zur Antwort, »und habe dreimal gerufen: Werde ein Thier! werde ein Bär! durch Jehuel, den Vorsteher der Thiere und dessen Gehilfen Passiel, Gasiel und Chosiel.«

Indess war Hewa mit der Schreckensbotschaft zu Honigmann hinübergelaufen, und dieser stürzte jetzt von seiner ganzen Familie gefolgt in den Speisesaal des Markus. Sie fanden Jessika stolz auf einem Lehnstuhl thronend, ihre Füsse ruhten auf dem Bären, der auf dem Teppich vor ihr ausgestreckt lag und sich in dieser Lage ganz wohl zu fühlen schien.

»O mein Sohn!« schrie Honigmann, »mein unglücklicher Sohn!«

Jessika aber erhob sich, schwang den Karbatsch und liess den Bären tanzen.

»Sehen Sie, Honigmann,« sprach Markus, »das ist das Gericht Gottes.«

»Wenn Sie ihn verzaubert haben, Jessika«, rief Honigmann, »so können Sie ihm auch wieder die Menschengestalt zurückgeben.«