Kätzchen Petersil.
– RUMÄNIEN. –
Chochmad Jad. – Industrie. – Judenverfolgung.
Eigentlich hiess sie Fradel Levi und Kätzchen Petersil war nur ihr Spitzname. Sie wurde so genannt, weil sie stets wie ein kleines Kätzchen zusammengerollt schlief, und weil sie stets eine Flasche mit Petersilien-Aufguss hinter dem Fenster stehen hatte. Sie führte mit Hülfe desselben einen erbitterten Krieg gegen die kleinen garstigen Flecken, mit denen ihr hübsches feines Gesicht übersäet war. Es war ein armes, aber braves, kluges und fleissiges Mädchen, das ihrem Vater, dem Trödler Schawa Levi und ihrer Mutter Händel Tag und Nacht kaufen und verkaufen und die alten Sachen aufbessern half.
Dennoch konnte Kätzchen die Sorgen nicht bannen, die sie unablässig quälten und vergebens sehnte sie sich nach dem Tage, wo sie sagen konnte: Heute kann ich ausruhen.
Für Leute, die so unglücklich sind wie die Levi's, gibt es nicht einmal einen Sabbath. Mehr als ein junger Mann in der kleinen moldaischen Stadt sah das kleine, schlanke Kätzchen mit Wohlgefallen an, aber wer konnte daran denken, sie zur Frau zu nehmen? Nur ein reicher Mann und dessen Eltern zogen wiederum eine reiche Braut vor. So hatten denn Vater und Mutter die Hoffnung aufgegeben, die Kleine zu verheirathen.