Als der Tannenbaum mit Bändern geschmückt auf dem neuen Dachstuhl aufgepflanzt wurde und der Aelteste der Maurer, in der Hand einen mit Wein gefüllten Becher, von oben den Bauherrn grüsste, der mit den Seinen im Hofe stand, da kamen leise die kleinen Hände der hübschen Frau aus den weichen Aermeln ihrer Pelzjacke hervor und legten sich gleich einer magischen Schlinge um Modruch's Hals.
»Wir haben viel verloren,« sprach sie, die leuchtenden Augen zu ihrem Manne erhoben, »aber ich habe alles gewonnen.«
»Bist Du endlich mit mir zufrieden?« fragte Modruch lächelnd.
»Ach! ich bin so glücklich,« rief sie. »Gott hat mich gestraft, aber seine Hand hat mich geführt, wie einst sein Volk aus Egypten, aus der Sklaverei zur Freiheit, aus der Finsterniss zum Licht.«