»Ehe Sie nicht Frau Professor sind.«

»Ja,« rief sie, »hier meine Hand, sie gehört Ihnen.«

Sie sprachen noch manches zusammen, während der Regen auf das Dach schlug und die Musik des Herbstwindes durch die Tannenzweige zog, und wie sich ihre Herzen gefunden, so fanden sich auch ihre Hände, ihre Lippen.


Deborah hatte sich der Mutter anvertraut, und diese hatte ihre Wahl vollständig gebilligt. Als Martin am folgenden Vormittag erschien, um feierlich zu werben, nahm Leonore lebhaft seine Partei, aber Sindel zog die Augenbrauen zusammen und sagte kurz und trocken:

»Ich habe nichts gegen Sie, Herr Friedlieb, aber womit wollen Sie Ihre Frau ernähren?«

»Ich trage meinen Schatz mit mir,« erwiderte der junge Gelehrte.

»Mag sein, aber so lange kann das Mädchen nicht warten, bis Sie Professor sind,« entgegnete der Fabrikant. »Auch muss ich einen Schwiegersohn haben, der in das Geschäft treten kann, und endlich sind Sie ein Verschwender, das ist das Schlimmste an der ganzen Sache, ich kann mein Kind nicht dem sicheren Elend preisgeben.«