Rubenborg, von seiner ganzen Familie umgeben, näherte sich jetzt der Lampe, sprach laut das Gebet und zündete die erste Kerze an.
In diesem Augenblick ging die Thür auf, und Karola meinte eine Erscheinung zu sehen.
Es war Siegfried Förenskjöld, der Geliebte ihrer Jugend, der eintrat. Es war noch sein verständiges, gutes Gesicht mit den treuen, blauen Augen, aber männlicher, ernster und von Sonne und Wetter mit einer Art Bronce bedeckt.
Die junge Wittwe blieb wie versteinert in der Nähe des Kamins stehen. Nachdem Förenskjöld ihre Eltern begrüsst hatte, verneigte er sich stumm vor ihr.
Sie klammerte sich an den Kaminsims und sah ihn flehend an, da er aber keinen Schritt vorwärts that, streckte sie ihm die Hand entgegen, und als er diese schöne vielbegehrte Hand nicht nahm, sprach sie mit einer Stimme, die leise bebte: »Siegfried, geben Sie mir die Hand.«
Förenskjöld trat auf sie zu, und sie ergriff rasch seine beiden Hände.
»Haben Sie mir vergeben?«
»Man vergibt nur, wenn man vergisst.«
»Sie haben mich also nicht vergessen,« murmelte sie, und ein schmerzliches Lächeln überflog ihr bleiches Gesicht.
Während man bei Tische sass, erzählte Förenskjöld seine Schicksale. Das Schiff, auf dem er gegen Norden segelte, war gescheitert. Er hatte einige Monate in der Eiswüste der Polargegend zugebracht und war dann durch einen amerikanischen Schoner gerettet worden. In New-York gut aufgenommen, hatte er dort rasch eine gute Praxis als Arzt gefunden und war vor wenigen Tagen zurückgekehrt, um seine Verwandten zu sehen.