Die römische Matrone nahm hierauf tausend ihrer Sklaven und ebenso viel Sklavinnen und vermählte sie alle an einem Abend.

Was aber war die Folge dieser so rasch, ohne Ueberlegung, ohne Liebe geschlossenen Bündnisse?

Schon am anderen Morgen kamen sie alle im kläglichsten Zustande und warfen sich ihrer Herrin zu Füssen. Die einen hatten zerschlagene Köpfe, die Anderen wunde Augen, andere Striemen auf dem Rücken und alle, alle flehten um Scheidung ihrer Ehe.

Die römische Matrone gewährte ihre Bitte, und als sie wieder dem Rabbi begegnete, sprach sie: »Du hast recht. Meine Gottheit kann sich mit der Deinen nicht messen, unsere Gesetze stehen den Euren nach. Eure Lehre ist auf Wahrheit gegründet.«

Doch Rabbi José lächelte und erwiderte: »Habe ich Dir nicht gleich gesagt, dass eine Ehe zu stiften zu den schwierigsten Dingen gehört?«


»Und die Moral?« rief Rubenborg von seinem Whisttisch herüber.

»Vordem wurden die Ehen im Himmel geschlossen«, antwortete Förenskjöld, »heute ist das anders, und die römische Matrone würde diesmal recht behalten. Heute gelten nur noch die schönen Worte des Horaz:

Geld ist die Königin
Der Welt, schafft alles Dir, ein reiches Weib,
Kredit und Freunde, Schönheit, Adel, Alles!«