Vierzehn Tage später erhielt sie die Quittung über die bezahlten Steuern – 32,000 Gulden – und Baron Meyerbach fand die Thüren der ungarischen Aristokratie nicht mehr verschlossen. Die Gräfin hatte ihn, wie man sagt, lancirt.
Man lachte und liess den schlauen Meyerbach leben, nur Broda machte ein trauriges Gesicht. Seufzend murmelte er die Worte Goethe's vor sich hin: »Nach Gelde drängt, am Gelde hängt doch alles.«
Baron Kronenfels legte die Karten mit Ostentation auf den Tisch und sah ihn an.
»Wollen Sie damit sagen, dass eine Dame, wie die Gräfin Maria Barowic, sich durch Geld oder Reichthum blenden lässt?«
Broda zuckte die Achseln.
Da erhob sich Kronenfels entrüstet und rief: »Sie sind ein Jude!«
Einen Augenblick blieben alle starr, dann sprang Broda gleichfalls auf und erwiderte vor Wuth bebend: »Sie sind ein Jude!«
Die Folge dieses Wortwechsels war eine Herausforderung. Beide Herren wählten auf der Stelle ihre Sekundanten. Man entschied sich für Pistolen, und das Rendezvous sollte am nächsten Morgen in dem Eichenwalde von Granic stattfinden.
Broda war nicht lange nach Hause zurückgekehrt und hatte kaum begonnen, seine Papiere zu ordnen, als der Rabbiner Salomon Zuckermandel bei ihm erschien.