Mit einer wahrhaft erhabenen Bewegung setzte Nathan dasselbe an den Mund und jedesmal, auf die rituelle Aufforderung des Rabbiners liess er dasselbe laut ertönen.

Nachdem der letzte schauerliche Ton, an die Posaune des jüngsten Gerichts mahnend, verklungen war, wurde die Thora in die Lade zurückgebracht, und der Sänger erhob von Neuem seine Stimme, die Versammlung warf sich zur Erde nieder, die Barmherzigkeit Gottes zu erflehen.

Die Kaduscha schloss die erhebende Feier, das dreimalige Hosannah!

Als Bär aus der Synagoge trat, erwartete ihn der Schames und bat ihn, zu dem Rabbiner zu kommen.

Dieser empfing ihn wohlwollend, fragte nach dem Befinden seiner Frau und seiner Kinder und sagte endlich: »Sie wissen, mein lieber Bär, dass wir in zehn Tagen den Versöhnungstag feiern.«

Bär nickte.

»Haben Sie bereits daran gedacht, diese kindische Feindschaft mit Wolf zu beenden?«

»Ich kann nicht den ersten Schritt thun«, sagte Bär, »Selma Wolf hat meine Frau beleidigt.«

»Und Sie haben zuerst Wolf verleumdet.«