Schnick war mit allen seinen Bedenken zu Ende, er ergab sich und machte Bele feurig den Hof. Diese zeigte sich wider Erwarten liebenswürdig und schenkte ihm sogar ein paar ermunternde Blicke.

Trotzdem zweifelte der Uhrmacher noch an seinem Sieg. Und nun entstand eine neue Schwierigkeit. Frau Schnick hatte bereits eine Braut für ihren Sohn erwählt, Clara ben Schoren, die Tochter eines reichen Kürschners in Gent.

»Oh! Das ist lächerlich«, rief der Buchhändler, »einem Manne wie Sie ein solches Mädchen vorzuschlagen.«

»Wie das?«

»Erstens schielt sie auf einem Auge. Dann hat sie einen Klumpfuss, und endlich – die Motten, die sie aus ihrem Geschäfte mitbringen muss.«

»Sie haben recht, ich nehme sie nicht.«

Denselben Tag noch hielt Simon Schnick um Bele an und erhielt ihr Jawort und den Segen der Eltern. Es gab zwei glückliche Paare im Städtchen und alles rüstete sich zur Hochzeit.

Von Nah und Fern kamen die Verwandten, die Gäste herbei, nicht etwa nur aus Brüssel, Antwerpen und Amsterdam, sogar aus London, Paris, Genua, Frankfurt, Warschau und Prag. Man sah die merkwürdigsten Typen, vom Börsenmakler bis zum Dorfjuden, von der eleganten Weltdame bis zur simplen Gänsehändlerin herab, Herren im Frack mit Dekorationen und alte, langbärtige Männer im langen Kaftan den Hut auf dem Kopf, Frauen in kostbaren Brokatroben, mit Diamanten bedeckt und alte Tanten im verblichenen Seidenüberrock mit antidiluvianischen Roben, und alle, schön oder lächerlich, einflussreich oder unbedeutend, reich oder arm, wurden mit derselben Liebe und Achtung aufgenommen.

Da Grossvater Ohrenstein und Grossvater Jadassohn ziemlich orthodox waren, so beobachtete man bei dieser Hochzeit mehr von den alten Bräuchen, als es sonst noch im Lande Mode war.