Sie kam noch denselben Tag zu Oser Weinstock und bestellte eine neue Kazabaika. Als dieselbe fertig war, schrieb sie Koscieloski und bat ihn, sie Abends um 8 Uhr, wo in Zamosta keine Katze mehr auf der Strasse war, hinter der katholischen Kirche zu erwarten.

Es war ein frostiger Februartag, trotzdem erschien der Pole pünktlich und bald kam auch die hübsche Jüdin in einen grossen Pelz gehüllt und dicht verschleiert.

»Ich komme nur für zwei Minuten«, sagte sie, »man hat unser Verhältniss entdeckt und bewacht mich. Es bleibt nichts übrig, als dass Sie mich entführen, Herr Koscieloski, ich bin sonst meines Lebens nicht sicher, sobald ich mich taufen lassen will.«

»Sie machen mich zum Glücklichsten der Sterblichen«, rief Koscieloski und bedeckte ihre Hände mit Küssen.

»Ich muss Sie jedoch vorher sprechen«, fuhr die schlaue Wittwe fort, »alles muss genau verabredet werden.«

»Natürlich.«

»Sie werden also heute Abend um neun Uhr in den Kleidern Weinstock's, mit einem falschen Bart und falschen Peisselöckchen zu mir kommen und mir die Pelzjacke bringen, die er für mich gemacht hat.«

»Ausgezeichnet«, rief Koscieloski, »ich eile, Ihrem Befehl Folge zu leisten.«

Beide entfernten sich nach verschiedenen Richtungen.