Der schöne Kaleb.

– BÖHMEN. –

Der Schadchen. – Meschugge. – Der Gaulim.

In einer kleinen Strasse der finsteren Judenstadt, die sich um die berühmte Alt-Nai-Schul zusammendrängt, stand das Haus der Familie Schmelkes, welche unter den Israeliten der alten Königsstadt Prag grosse Achtung genoss und im ganzen Königreich Böhmen bekannt war.

Das Haupt der Familie, welche eine Wechselstube besass, war seit Jahren aus der Welt geschieden und dessen Wittwe, Frau Eugenie Schmelkes, regierte allein das Haus und erzog ihre Söhne so gut sie konnte.

Bei dem älteren, Nathan, der von Haus aus ernst und nüchtern war, genügte die sanfte Hand der Mutter. Er wurde ein tüchtiger Mensch, heirathete und übernahm die Leitung des Geschäftes. Dagegen wurde der jüngere, Kaleb, durch seine Mutter und ein halbes Dutzend Tanten verzärtelt und verzogen, sodass schliesslich, nach jüdischen Begriffen, ein ganz unnützer Mensch aus ihm wurde.