Treitel legte den Finger an die Nase. »Einen schönen Gaulim? Sollen Sie haben.«

Und so klopfte der Schadchen wieder an die Thüre des schönen Kaleb.

Diesmal war die Aufnahme ungleich besser, und als Treitel von einer reichen Erbin sprach, wurde Kaleb sogar liebenswürdig.

»Aber die Sache ist nicht so leicht«, sagte der Schadchen, »trotz Ihrer Schönheit, Sie müssen klug sein und dem Treitel folgen, blind folgen.«

Kaleb versprach es und begann damit, dass er ein Zimmer bezog, das Treitel in dem Hause gegenüber von Pesach Wolf gemiethet hatte. »Zeigen Sie sich am Fenster«, sagte der Schadchen, »wenn Sie sehen das Mädchen gegenüber, meinetwegen als Türke, aber zeigen Sie nur nicht voreilig Ihre Beine.«

Der schöne Kaleb blickte also mit einem Opernglas den ganzen Tag hinüber, und wenn Jenta sich an das Fenster setzte, öffnete er das seine und lehnte sich hinaus.

»Ein schöner Mann!« sagte Jenta, als sie ihn das erste Mal in seinem prächtigen Schlafpelz mit dem Fez auf dem Kopfe erblickte.

Treitel hatte im Hause Pesach Wolf's dieselben Vorsichtsmassregeln ergriffen. Er brachte eine Büchse mit Schminke und lehrte Jenta ihr kleines grüngelbes Gesichtchen mit Hilfe derselben in einen niedlichen Puppenkopf zu verwandeln, er lehrte sie mit einem über dem Licht geschwärzten Kork die Augenbrauen zu malen, und bestimmte den alten Wolf, ihr einen Schlafrock von rothem Atlas zu kaufen, in dem sie aus der Entfernung einen ganz guten Effekt machte. Kaleb fand sie hübsch und erklärte sich bereit, um ihre Hand anzuhalten, während Jenta ihn bereits mit offenen Armen erwartete.

Nun begann Treitel den schönen Kaleb auf die wirkliche Jenta vorzubereiten.

»Gewiss ist sie hübsch«, sagte er, »sie schielt zwar ein Bischen, aber das gibt ihr gerade einen besonderen Reiz. Auch ist sie sehr gross und sehr schlank, doch das macht sie um so majestätischer und endlich …«