»Was denn noch?« fragte Kaleb ängstlich.
»Na, erschrecken Sie nur nicht gleich«, rief der Schadchen, »ein Mädchen, das einem 200,000 Gulden zubringt, darf man nicht so genau ansehen, endlich – ja – sie hat auch ein paar falsche Zähne, aber Zähne wie Perlen, sag' ich Ihnen.«
»Und wirklich 200,000 Gulden?«
»Ja, das ist sicher.«
So ging denn der schöne Kaleb mit Treitel hin und hielt feierlich bei dem alten Pesach Wolf um Jenta's Hand an. Nachdem alles abgemacht war, erschien die reiche Erbin. Kaleb erschrack ein wenig, als er entdeckte, dass sie um einen halben Kopf grösser war als er und mager, wie ein Windhund. Aber er konnte nicht mehr zurück. Er tröstete sich mit ihrer Bildung, ihrem Gelde und fand schliesslich, dass das Schielen sie pikant mache.
So war denn Beiden geholfen. Der schöne Kaleb hatte endlich die reiche Frau gefunden, die er seit fünfzehn Jahren erwartet hatte und Jenta bekam ihr Spielzeug, ihren Gaulim.
Ihr war es Ernst, sie bewunderte ihren Mann, sie betete ihn an, sie putzte ihn, wie man ein Kind aufputzt und bediente ihn, wie eine Sklavin ihren Herrn bedient, und so fand sich der schöne Kaleb mehr und mehr in sein Loos und fühlte sich endlich vollkommen glücklich.
Nur eines beunruhigte ihn, dass seine Frau grösser war als er.