In mir haben gefährliche Anlagen geschlummert, aber du erst hast sie geweckt; wenn ich jetzt Vergnügen daran finde, dich zu quälen, zu mißhandeln, bist nur du schuld, du hast aus mir gemacht, was ich jetzt bin, und nun bist du noch unmännlich, schwach und elend genug, mich anzuklagen.“

„Ja, ich bin schuldig,“ sprach ich, „aber habe ich nicht gelitten dafür? Laß es jetzt genug sein, ende das grausame Spiel.“

„Das will ich auch,“ entgegnete sie mit einem seltsamen, falschen Blick!

„Wanda!“ rief ich heftig, „treibe mich nicht auf das Äußerste, du siehst, daß ich wieder Mann bin.“

„Strohfeuer,“ erwiderte sie, „das einen Augenblick Lärm macht und ebenso schnell verlöscht, wie es aufgeflammt ist. Du glaubst mich einzuschüchtern und bist mir nur lächerlich. Wärst du der Mann gewesen, für den ich dich anfangs hielt, ernst, gedankenvoll, streng, ich hätte dich treu geliebt und wäre dein Weib geworden. Das Weib verlangt nach einem Manne, zu dem es aufblicken kann, einen — der so wie du — freiwillig seinen Nacken darbietet, damit es seine Füße darauf setzen kann, braucht es als willkommenes Spielzeug und wirft ihn weg, wenn es seiner müde ist.“

„Versuch’ es nur, mich wegzuwerfen,“ sprach ich höhnisch, „es gibt Spielzeug, das gefährlich ist.“

„Fordere mich nicht heraus,“ rief Wanda, ihre Augen begannen zu funkeln, ihre Wangen röteten sich.

„Wenn ich dich nicht besitzen soll,“ fuhr ich mit von Wut erstickter Stimme fort, „so soll dich auch kein anderer besitzen.“

„Aus welchem Theaterstück ist diese Stelle?“ höhnte sie, dann faßte sie mich bei der Brust; sie war in diesem Augenblicke ganz bleich vor Zorn, „fordere mich nicht heraus,“ fuhr sie fort, „ich bin nicht grausam, aber ich weiß selbst nicht, wie weit ich noch kommen kann, und ob es dann noch eine Grenze gibt.“