„Was kannst du mir Ärgeres tun, als ihn zu deinem Geliebten, deinem Gatten machen?“ antwortete ich, immer mehr aufflammend.
„Ich kann dich zu seinem Sklaven machen,“ entgegnete sie rasch, „bist du nicht in meiner Hand? habe ich nicht den Vertrag? Aber freilich, für dich wird es nur ein Genuß sein, wenn ich dich binden lasse und zu ihm sage:
„Machen Sie jetzt mit ihm, was Sie wollen.“
„Weib, bist du toll!“ schrie ich auf.
„Ich bin sehr vernünftig,“ sagte sie ruhig, „ich warne dich zum letzten Male. Leiste mir jetzt keinen Widerstand, jetzt, wo ich so weit gegangen bin, kann ich leicht noch weiter gehen. Ich fühle eine Art Haß auf dich, ich würde dich mit wahrer Lust von ihm totpeitschen sehen, aber noch bezähme ich mich, noch —“
Meiner kaum mehr mächtig, faßte ich sie beim Handgelenke und riß sie zu Boden, so daß sie vor mir auf den Knien lag.
„Severin!“ rief sie, auf ihrem Gesichte malten sich Wut und Schrecken.
„Ich töte dich, wenn du sein Weib wirst,“ drohte ich, die Töne kamen heiser und dumpf aus meiner Brust, „du bist mein, ich lasse dich nicht, ich habe dich zu lieb,“ dabei umklammerte ich sie und drückte sie an mich und meine Rechte griff unwillkürlich nach dem Dolche, der noch in meinem Gürtel stak.
Wanda heftete einen großen, ruhigen, unbegreiflichen Blick auf mich.