„So gefällst du mir,“ sprach sie gelassen, „jetzt bist du Mann, und ich weiß in diesem Augenblicke, daß ich dich noch liebe.“
„Wanda“ — mir kamen vor Entzücken die Tränen, ich beugte mich über sie und bedeckte ihr reizendes Gesichtchen mit Küssen und sie — plötzlich in lautes, mutwilliges Lachen ausbrechend — rief: „Hast du jetzt genug von deinem Ideal, bist du mit mir zufrieden?“
„Wie?“ — stammelte ich — „es ist nicht dein Ernst.“
„Es ist mein Ernst,“ fuhr sie heiter fort, „daß ich dich lieb habe, dich allein, und du — du kleiner, guter Narr, hast nicht gemerkt, daß alles nur Scherz und Spiel war — und wie schwer es mir wurde, dir oft einen Peitschenhieb zu geben, wo ich dich eben gerne beim Kopfe genommen und abgeküßt hätte. Aber jetzt ist es genug, nicht wahr? Ich habe meine grausame Rolle besser durchgeführt, als du erwartet hast, nun wirst du wohl zufrieden sein, dein kleines, gutes, kluges und auch ein wenig hübsches Weibchen zu haben — nicht? — Wir wollen recht vernünftig leben und —“
„Du wirst mein Weib!“ rief ich in überströmender Seligkeit.
„Ja — dein Weib — du lieber, teurer Mann,“ flüsterte Wanda, indem sie meine Hände küßte.
Ich zog sie an meine Brust empor.
„So, nun bist du nicht mehr Gregor, mein Sklave,“ sprach sie, „jetzt bist du wieder mein lieber Severin, mein Mann —“
„Und er? — du liebst ihn nicht?“ fragte ich erregt.
„Wie konntest du nur glauben, daß ich den rohen Menschen liebe — aber du warst ganz verblendet — mir war bang um dich —“