„Ich habe es vergessen.“
„Die seltsamen Bemerkungen auf der Rückseite —“
„Warum seltsam?“
Sie sah mich an. „Ich habe immer den Wunsch gehabt, einmal einen ordentlichen Phantasten kennen zu lernen — der Abwechslung wegen — nun, Sie scheinen mir nach allem einer der tollsten.“
„Meine Gnädige — in der Tat —“ wieder das fatale, eselhafte Stottern und noch dazu ein Erröten, wie es für einen jungen Menschen von sechzehn Jahren wohl passen mag, aber für mich, der beinahe volle zehn Jahre älter —
„Sie haben sich heute Nacht vor mir gefürchtet.“
„Eigentlich — allerdings — aber wollen Sie sich nicht setzen?“
Sie nahm Platz und weidete sich an meiner Angst — denn ich fürchtete mich jetzt, bei hellem Tageslichte, noch mehr vor ihr — ein reizender Hohn zuckte um ihre Oberlippe.
„Sie sehen die Liebe und vor allem das Weib,“ begann sie, „als etwas Feindseliges an, etwas, wogegen Sie sich, wenn auch vergebens, wehren, dessen Gewalt Sie aber als eine süße Qual, eine prickelnde Grausamkeit fühlen; eine echt moderne Anschauung.“