So erklärte z. B. anläßlich eines solchen Prozesses der Geheime Medizinalrat Professor Dr. Albert Eulenberger in Berlin: Die „Venus im Pelz“ besitze unschätzbaren Wert und sei ein Unikum in der deutschen Literatur. So wenig sie in dieser zu vermissen sei, ebensowenig vermöge die Wissenschaft ihrer zu entbehren.

Als der Geheime Hofrat Professor Dr. Koester in Leipzig gelegentlich seitens der Dresdener Staatsanwaltschaften aufgefordert wurde, ein Gutachten über die „Venus im Pelz“ abzugeben, kam er ebenfalls zu dem Resultat, das Werk gehöre der Literatur an, und es sei nicht angängig, es aus der Reihe der Lebenden zu streichen.

Wir glauben, daß die gemachten Mitteilungen mehr als einem Leser und in mehr als einer Hinsicht interessant sein dürften.

Der Verlag


Ich hatte liebenswürdige Gesellschaft.

Mir gegenüber an dem massiven Renaissancekamin saß Venus, aber nicht etwa eine Dame der Halbwelt, die unter diesem Namen Krieg führte gegen das feindliche Geschlecht, gleich Mademoiselle Cleopatra, sondern die wahrhafte Liebesgöttin.

Sie saß im Fauteuil und hatte ein prasselndes Feuer angefacht, dessen Widerschein in roten Flammen ihr bleiches Antlitz mit den weißen Augen leckte und von Zeit zu Zeit ihre Füße, wenn sie dieselben zu wärmen suchte.