„Dann bist du mein Sklave.“
„Und du?“
„Ich? was fragst du noch? ich bin eine Göttin und steige manchmal leise, ganz leise und heimlich aus meinem Olymp zu dir herab.“
„Aber was ist dies alles,“ sprach Wanda, den Kopf in beide Hände gestützt, den Blick in die Weite verloren, „eine goldene Phantasie, welche nie wahr werden kann.“ Eine unheimliche, brütende Schwermut war über ihr ganzes Wesen ausgegossen; so hatte ich sie noch nie gesehen.
„Und warum unausführbar?“ begann ich.
„Weil es bei uns keine Sklaverei gibt.“
„So gehen wir in ein Land, wo sie noch besteht, in den Orient, in die Türkei,“ sagte ich lebhaft.
„Du wolltest — Severin — im Ernste,“ entgegnete Wanda. Ihre Augen brannten.
„Ja, ich will im Ernste dein Sklave sein,“ fuhr ich fort, „ich will, daß deine Gewalt über mich durch das Gesetz geheiligt, daß mein Leben in deiner Hand ist, nichts auf dieser Welt mich vor dir schützen oder retten kann. O! welche Wollust, wenn ich mich ganz nur von deiner Willkür, deiner Laune, einem Winke deines Fingers abhängig fühle. Und dann — welche Seligkeit, — wenn du einmal gnädig bist, wenn der Sklave die Lippen küssen darf, an denen für ihn Tod und Leben hängt!“ Ich kniete nieder und lehnte meine heiße Stirne an ihre Knie.