Auf dem Schlosse war es eine Kupferstange gewesen, die den elektrischen Blitz angezogen hatte. Die Helme der Soldaten boten gleichfalls für die elektrischen Ströme, welche die Atmosphäre erfüllten, einen willkommenen Stützpunkt, bis das Militär verzweifelt die Kopfbedeckungen abriß und von sich warf, die Gewehre und Säbel zerbrach und auf die Straße schleuderte.
Plötzlich hörte man die Signale der Feuerwehr. Nicht weniger als zehn Häuser brannten im Zentrum der Stadt. Die Soldaten mußten Hilfe leisten, und alle anderen Menschen legten Hand an, um wenigstens für den Augenblick die furchtbare Situation zu vergessen.
Alles ging in Flammen auf, was von einem der elektrischen Funken ergriffen wurde, die wie Glühwürmer die in Purpur getauchte Nacht durchschwirrten.
Im Westen zog sich ein Streifen von so intensivem Rot, daß man im ersten Augenblick glaubte, dort stände schon die ganze Welt in Flammen. Es sah nicht anders aus, als sei die Erde dort, wo sie endete, in Blut getaucht, oder als schwimme sie in einem Meer von Glut.
Die Häuser erhitzten sich, und die Menschen sprangen laut schreiend auf die Straße hinaus, während die Fenster barsten und die großen Auslagen der Läden splitternd und krachend zusammenfielen.
Gebete, in wahnsinniger Angst hinausgeschrien, stiegen zu dem roten Kometen empor. Furchtbare Flüche wurden gegen diese neue, gigantische rote Sonne ausgestoßen, die drohend und schrecklich über der Erde stand.
Plötzlich stürzten mehrere Häuser ein. Sie begruben Hunderte von Menschen unter sich, denn zu
damaliger Zeit waren die Gebäude in Berlin nach amerikanischer Art teilweise zu einen Höhe von zwanzig Stockwerken ausgebaut. Ihre Gerippe bildeten große Eisengerüste, die sich unter der Glut, die auf den Häusern lag, erhitzten, die Holzverkleidungen der Gebäude selbst in Brand setzten und sich teilweise zusammenbogen wie Weidenruten.
Die Straßen waren erfüllt von tausendstimmigem Wehgeschrei, Klagen und Rufen. Sterbende ächzten, Verwundete stöhnten und wimmerten, und die jeder Vernunft baren Menschenströme wälzten sich über Tote und Verwundete hinweg, zerstampften sie, zertraten sie, flüchteten hierhin, dorthin, und konnten doch dem Verderben nicht entrinnen, das von dem Kometen auf die Erde niederkam.
Zwischen dieses Chaos von Verwüstung und Irrsinn hinein drang das Geschmetter der Militärmusik; die Soldaten wurden durch die eiserne Disziplin ihrer Offiziere zusammengehalten und versuchten, so gut es ging, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Schaurig schollen die Signale der Feuerwehr, die mit verzweifelter Energie kämpfte, den Untergang Berlins zu verhüten.