„Angelika“ murmelte sie, „Angelika . . . Der Name ist mir so bekannt.“
„Die Fürstin wurde dir doch damals vorgestellt, als wir mit Doktor Diabel und den andern in seinem Hause soupierten.“
Sie schüttelte den Kopf.
„Davon weiß ich nichts!“
Romulus Futurus machte eine Handbewegung.
„Verzeih’, ich vergaß, daß dir die Erinnerung an alles, was in der Vergangenheit liegt, geschwunden ist.“
Er sprach gleichgültig, als rede er mit einem völlig fremden Menschen, denn er liebte Frau Fabia schon lange nicht mehr. Sein Wunsch stand auf etwas anderes, auf ein Wesen, auf ein Idol gerichtet, das er nicht nennen konnte, das ihm nur vorschwebte, auf die schemenhafte Erscheinung, die er unter seinem Bilde kennen gelernt und die nun doch — das stand außer Zweifel — im Körper seiner Gattin Fabia wohnte.
Sie ließ sich von dem Hause nicht fortbringen.
„Es kommt mir so seltsam bekannt vor,“ flüsterte sie unaufhörlich, während ihr Blick einen eigentümlichen Schimmer annahm. „Aber das ist ja mein Haus! Das ist ja mein Palais!“ rief sie plötzlich, sich an Romulus Futurus klammernd. Im nächsten Moment stieß sie einen gellenden Schrei aus, sank in die Arme ihres Gatten und deutete zitternd, während ihre Zähne wie im Frost aufeinanderschlugen, zum Fensterkreuz des ersten Stockes empor.
Sowohl Romulus Futurus als auch John Crofton waren ihr mit den Augen gefolgt.