„Ach, Herr Doktor!“ riefen wir, „was sollen wir tun, wo um Himmelswillen ist er verwundet?“
„Verwundet? Keine Spur!“ sagte der Doktor. „Der ist nicht mehr verwundet als Sie oder ich. Einen Schlaganfall hat er gehabt, wie ich es ihm prophezeit habe. Also, Frau Hawkins, gehen Sie nur hinauf zu Ihrem Mann und erzählen Sie ihm womöglich nichts von der Sache. Ich für mein Teil bin verpflichtet mein Möglichstes zu tun, um das dreimal wertlose Leben des Kerls zu retten. Jim, du geh und hol mir ein Waschbecken!“
Als ich mit dem Becken zurückkam hatte der Doktor schon den Ärmel des Kapitäns aufgeschnitten und seinen sehnigen Arm entblößt, der an mehreren Stellen Tätowierungen zeigte: „Zur Gesundheit“, „Gute Brise“, „Billy Bones Liebste“ sauber in seinen Oberarm eingeschnitten, und weiter oben, nahe der Schulter, sah man die Zeichnung eines Galgens, von dem ein Mann hing, der sehr gut und lebendig gezeichnet war.
„Prophetisch!“ sagte der Doktor, indem er diese Zeichnung mit dem Finger berührte. „Und nun, Herr Bill Bones, wenn das Ihr Name ist, wollen wir uns die Farbe Ihres Blutes betrachten. Jim, fürchtest du dich, Blut zu sehen?“
„Nein, Herr Doktor“, sagte ich.
„Gut,“ meinte er, „dann kannst du das Becken halten!“ Und damit zog er seine Lanzette heraus und öffnete eine Ader.
Eine ziemliche Menge Blut wurde dem Kapitän entzogen, ehe er seine Augen öffnete und verwirrt umherschaute. Zuerst erkannte er mit deutlichem Mißfallen den Doktor. Dann fiel sein Blick auf mich und er schien beruhigter, aber plötzlich wechselte er die Farbe, versuchte sich zu erheben und rief:
„Wo ist der schwarze Hund?“
„Hier ist kein schwarzer Hund,“ sagte der Doktor, „es sei denn, Ihr meint Euch selber. Ihr habt Rum getrunken und dann einen Schlaganfall gehabt, genau wie ich es Euch vorhergesagt habe. Und eben jetzt habe ich, mehr gegen meinen Willen, Euch Kopf voran aus dem Grabe gezogen. Nun, Herr Bones —“
„So heiße ich nicht“, unterbrach er.