„Nein, nein, nein, und Schluß!“ rief er einmal. Und dann wieder: „Wenn es zum Hängen kommt, hängen alle, sage ich.“

Dann auf einmal ein entsetzliches Getöse, Flüche, Geschrei, Tisch und Sessel flogen mit einem Krach übereinander, dann ein Klirren von Stahl und ein Schmerzensschrei und im nächsten Augenblick sah ich den schwarzen Hund hastig fliehen, der Kapitän ihm eilig nach, beide mit gezogenen Säbeln, und dem Fremden strömte das Blut von der linken Schulter herab. Gerade beim Tor holte der Kapitän mit einem letzten, furchtbaren Hieb auf den Flüchtenden aus, der diesen unfehlbar zerschmettert hätte, wenn er nicht von unserem großen Wirtshausschild aufgefangen worden wäre. Heute noch kann man an der Innenseite des Schildes die Einkerbung sehen.

Dieser Hieb beendete den Kampf. Kaum auf der Straße, rannte der schwarze Hund trotz seiner Wunde mit fabelhafter Schnelligkeit fort und verschwand in einer halben Minute hinter dem Hügel. Der Kapitän starrte wie verzaubert das Schild an, dann fuhr er sich ein paarmal mit der Hand über die Augen und wandte sich schließlich ins Haus zurück.

„Jim,“ sagte er, „Rum!“ Und während er das sagte, schwankte er und hielt sich an der Mauer fest.

„Seid Ihr verwundet?“ rief ich aus.

„Rum!“ wiederholte er. „Ich muß fort von hier, Rum, Rum!“

Ich lief rasch, welchen zu holen, aber in der Aufregung zerbrach ich ein Glas und brachte den Spund nicht auf und während ich noch ungeschickt herumarbeitete hörte ich in der Gaststube einen schweren Fall, und als ich hineinstürzte, lag der Kapitän in seiner ganzen Länge auf dem Boden. Gleichzeitig kam meine Mutter vom Lärm und Getöse erschreckt die Treppe heruntergelaufen und half mir. Zusammen hoben wir seinen Kopf in die Höhe. Er atmete sehr laut und schwer, seine Augen waren geschlossen und seine Züge grauenhaft verzerrt.

„O du lieber Gott,“ weinte meine Mutter, „welche Schande für unser Haus! Und der arme Vater so krank!“

Indessen hatten wir keine Ahnung, was wir tun sollten, um dem Kapitän beizustehen und glaubten bestimmt, er habe im Handgemenge mit dem Fremden ein tödliche Wunde erhalten. Ich holte natürlich schnell den Rum und bemühte mich ihm ein wenig davon einzuflößen, aber seine Zähne waren fest verkrampft und seine Kinnbacken hart wie Eisen. Wie erlöst atmeten wir auf, als sich die Tür öffnete und Dr. Livesay eintrat, der meinem Vater einen Krankenbesuch machen wollte.