Sechster Teil
Kapitän Silver

Achtundzwanzigstes Kapitel
Im Lager des Feindes

Der rote Schein der Fackel, die das Innere des Blockhauses erleuchtete, zeigte mir die ärgsten meiner Erwartungen verwirklicht. Die Piraten waren im Besitz des Hauses und der Vorräte. Da war die Tonne Kognak, das Schweinefleisch und das Brot an den früheren Plätzen; doch zu meinem verzehnfachten Entsetzen kein Zeichen von Gefangenen. Ich konnte nur annehmen, daß alle zugrunde gegangen waren und mein Herz klagte mich schmerzlich an, daß ich nicht dabeigewesen, um mit ihnen zu sterben.

Es waren alles in allem sechs Freibeuter, sonst war keiner lebendig geblieben. Fünf davon standen da, erhitzt und aufgedunsen, plötzlich aus dem ersten Schlaf der Trunkenheit herausgerissen. Der sechste hatte sich bloß auf seinen Ellbogen gestützt, war totenblaß und die blutbefleckte Binde um seinen Kopf zeigte, daß er erst kürzlich verwundet und verbunden worden war. Ich erinnerte mich an den Mann, den wir bei dem großen Angriff angeschossen hatten und der in den Wald zurückgelaufen war und zweifelte nicht, ihn vor mir zu haben.

Der Papagei saß auf der Schulter des langen John und putzte sein Gefieder, John selbst fand ich etwas bleicher und ernster als früher. Er trug noch immer den seinen Tuchanzug, welchen er bei seiner Friedensbotschaft anhatte, der sah jedoch sehr mitgenommen aus, war mit Erde beschmutzt und von Dornen zerrissen.

„So,“ sagte er, „da ist ja Jim Hawkins wahrhaftig hereingeschneit, was? Na, ich freu’ mich sehr.“

Und darauf setzte er sich auf das Branntweinfaß und füllte sich eine Pfeife.