Als wir ungefähr eine halbe Meile zurückgelegt hatten, und uns der Höhe näherten, ertönte plötzlich ein lauter Schreckensschrei eines der Männer, der am weitesten nach links gekommen war, ein zweites- und drittesmal schrie er, und die übrigen stürzten nach jener Richtung hin.

„Er kann nicht den Schatz gefunden haben, denn der ist doch ganz oben“, sagte der alte Morgan, der von rechts an uns vorübereilte.

Und es war wirklich etwas ganz anderes. Als wir oben ankamen, sahen wir am Fuße einer ziemlich hohen Tanne und in grüne Schlingpflanzen verschlungen, die sogar einige der kleineren Knochen gehoben hatten, ein menschliches Skelett liegen, das nur mit einigen Lumpen bedeckt war. Ein kalter Schauer durchfuhr in diesem Augenblick alle unsere Herzen.

„Er war ein Seemann“, sagte Georg Merry, der, kühner als die übrigen, nahe herangegangen war und die Kleiderfetzen prüfend betrachtete. „Zum mindesten ist das gutes Matrosentuch.“

„Freilich,“ sagte Silver, „höchstwahrscheinlich, oder hast du gedacht einen Bischof hier oben zu finden? Doch wie merkwürdig die Knochen liegen. Das geht nicht mit rechten Dingen zu.“ Es schien tatsächlich, wenn man genauer hinsah, ausgeschlossen, daß der Leichnam da in natürlicher Stellung lag. Durch irgendwelche zufällige äußere Einflüsse (vielleicht war es das Werk der Vögel oder der langsam wachsenden Schlingpflanze, die allmählich seine Überreste eingehüllt hatte) lag der Mann vollkommen gerade da, seine Füße zeigten nach einer Richtung und seine Hände, die wie die eines Tauchers über den Kopf erhoben waren, genau in die entgegengesetzte.

„Mir geht ein Gedanke durch meinen alten Schädel,“ bemerkte Silver. „Das ist der Kompaß: Dort ist der höchste Punkt der Skelettinsel, der wie ein Zahn heraussteht. Bestimmt jetzt die Richtung der Leiche da.“

Es geschah. Der Körper zeigte gerade in die Richtung der Insel, und auf dem Kompaß stand Ostsüdost und nach Ost zu lesen.

„Ich dachte mir’s,“ rief der Koch, „das ist ein Wegweiser. Gerade dahinauf geht es zum Polarstern und zu unseren lustigen Dollars. Unverkennbar, das war einer von Flints Scherzen! — Er war mit den sechsen allein hier oben und tötete sie alle, Mann für Mann. Und den einen da schleppte er her und richtete ihn als Wegweiser. Das sind lange Knochen und die Haare sind blond. Ja, das dürfte Allardyce sein! Erinnerst du dich noch an Allardyce, Tom Morgan?“

„Natürlich,“ erwiderte Morgan, „erinnere ich mich an ihn: Er schuldete mir Geld und nahm ein Messer mit ans Land.“

„Weil wir gerade von Messern reden“, sagte ein anderer, „warum liegt seines hier nirgend herum? Flint war nicht der Mann, einem Seemann die Taschen auszuleeren, und die Vögel, denke ich, hätten es auch sein lassen.“