„Ja,“ sagte er, „natürlich braucht Ihr mich“, und schien sehr beruhigt.
„Jetzt werde ich Euch etwas sagen“, fuhr er fort. „Soviel sag’ ich Euch und nicht mehr: Ich war auf Flints Schiff, als er den Schatz vergrub, er und sechs andere — sechs starke Seeleute. Sie blieben fast eine Woche am Lande und wir warteten im Hafen auf dem alten ‚Walroß‘. Eines schönen Tages bekamen wir das Zeichen und sahen Flint in einem kleinen Boot daherkommen, den Kopf in ein blaues Tuch eingebunden. Die Sonne ging gerade auf und totenblaß sah er aus, wie er da beim Schiff anlangte. Doch da war er nun, versteht Ihr, und die sechs anderen alle tot — tot und begraben. Wie er das gemacht hat konnte keiner von uns erfahren. Es war eine Schlacht, ein Mord und gewaltsamer Tod zumindest — er gegen sechs! Billy Bones war Maat, der lange John Quartiermeister und die beiden fragten ihn, wo der Schatz sei. Nun, sagte er, ihr könnt ans Ufer gehen, wenn ihr wollt und dort bleiben, sagte er, das Schiff wird schon noch andere auftreiben, zum Donner! Das war alles, was er sagte.
Nun, ich war vor drei Jahren auf einem anderen Schiff und wir sichteten diese Insel. ‚Jungens,‘ sagte ich, ‚hier liegt Flints Schatz, gehen wir ans Land und suchen wir ihn.‘
Dem Kapitän war es unangenehm, doch meine Kameraden waren alle einverstanden und wir landeten. Zwölf Tage lang suchten sie und jeden Tag wurden sie gröber mit mir, bis sie eines schönen Morgens alle wieder an Bord gingen.
‚Was Euch anlangt, Benjamin Gunn,‘ sagten sie, ‚hier ist ein Gewehr, ein Spaten und eine Spitzhacke. Ihr könnt hier bleiben und Flints Geld allein suchen!‘ sagten sie.
Nun Jim, drei Jahre bin ich nun hier und von dem Tag bis heute nicht ein Bissen Christenkost! Und nun schaut einmal her, schaut mich an, schaue ich aus wie ein Matrose? Nein, sagt Ihr, nun ich bin auch keiner, sage ich.“ Und dabei blinzelte er mich an und kniff mich fest in den Arm.
„Also, so werdet Ihr es Eurem Squire sagen, Jim“ — fuhr er fort —: „Er war auch keiner — so hat ers gesagt, drei Jahre war er der Mann dieser Insel, ob hell, ob finster, ob schön, ob Regen und manchmal hat er schon ans Beten gedacht (müßt Ihr sagen), und manchmal dachte er wohl an seine alte Mutter, ob sie wohl noch leben mag (werdet Ihr sagen), aber den größten Teil seiner Zeit (so werdet Ihr sagen) — den größten Teil seiner Zeit verwendete er zu anderen Dingen, und dann werdet Ihr ihn ein wenig kneifen, so wie ich Euch jetzt.“ Und wieder zwickte er mich in der vertraulichsten Weise.
„Dann,“ fuhr er fort —, „dann steht Ihr auf und sagt folgendes: Gunn ist ein guter Mann (werdet Ihr sagen) und er hat verteufelt mehr Vertrauen zu einem wirklichen, wohlgeborenen Gentleman, als zu diesen Glücksrittern, von denen er selber einer gewesen.“
„Nun,“ sagte ich, „ich verstehe kein Wort von Euren Reden, aber das ist nicht so wichtig, denn wie soll ich an Bord gelangen?“
„Ja,“ sagte er, „natürlich, das ist die Schwierigkeit. Nun, dort ist mein Boot, das ich mit meinen beiden Händen gezimmert habe, ich habe es dort unter dem weißen Felsen versteckt. Wenn es keinen anderen Ausweg gibt, können wir es probieren, bis es dunkel wird. Hei!“ fuhr er auf, „was ist denn das?“