Er ging zum Buchbinder und Papierwarenhändler und ließ sich eine ganze Reihe Gebrauchsgegenstände für Bureau und Zeichentisch geben, indem er's »ins Buch aufschreiben ließ«.
Solch ein niedliches Rechnungsbüchlein, was ging da nicht alles Mögliche hinein. Man nahm einfach die Waren und ließ munter aufschreiben.
Der Inhaber des Papierladens erlaubte sich die Frage, wann und ob er einen gewissen Betrag einkassieren lassen dürfe.
»O gelegentlich etwa,« entgegnete obenhin Joseph. »Ich handle sehr richtig,« dachte er, »man muß zu den Leuten in oberflächlichem Ton sprechen, dann haben sie absolut festes Vertrauen. Wo man keinen Ernst zeigt, da scheint auch noch keiner erforderlich zu sein. Hätte ich die Frage dieses Mannes wichtig genommen, so würde er jetzt Verdacht haben und schon morgen früh mit der quittierten Note im Bureau erscheinen. Ich diene meinem Herrn, wenn ich fortfahre, leise sich rührende Verdächtigungen von ihm abzulenken.«
Während dieses Gedankenganges hatte er sich scheinbar aufs Gemütlichste eine Sammlung Ansichtspostkarten angeschaut. Indem er jetzt den Laden verließ, lächelte er freundlich, und er wurde ebenso freundlich vom Besitzer desselben angelächelt.
Zu Hause angelangt machte er sich wieder mit dem Falzen der Zirkulare zu schaffen. Für je ein Zirkular verwendete er vier Händebewegungen. Er träumte dabei. Diese Arbeit forderte das gemütvolle Herumsinnen um irgend etwas geradezu heraus. Von Zeit zu Zeit wurde ein berauschender Zug aus dem Stumpenstengel getan. Dicht vor dem Schreibtisch und Bureaufenster saß auf einer dort plazierten Gartenbank Frau Tobler, sie nähte und unterhielt sich in singender Sprechweise mit ihrem Dorchen.
»Was dieses Kind es gut hat!« dachte Joseph.
»Wollen Sie diese ganze Masse Zirkulare fortschicken?« fragte Frau Tobler. Sie setzte hinzu: »Übrigens ist es Kaffeetrinkenszeit. Kommen Sie. Der Kaffee steht schon.«
Im Gartenhaus, während des Imbisses, fühlte sich der Angestellte durch die Freundlichkeit, mit der ihn die Frau behandelte, gezwungen, zu sagen, er bereue, sich so keck gegen Frau Tobler benommen zu haben.