»Nun, wegen dem Wirsich!«
Sie sagte, das habe sie längst vergessen. Für solche Sachen habe sie kein haarscharfes Gedächtnis. Gottlob. Was denn das auch weiter gewesen sei? Gar nichts von Bedeutung. Aber es freue sie, Joseph bekennen zu hören, daß es ihm leid sei, sie gekränkt zu haben. Er dürfe ruhig sein, und er solle sich in allem, was das Geschäft ihres Mannes anbelange, nur immer Mühe geben, das sei die Hauptsache. Ach sie wünsche manchmal, und besonders in letzter Zeit, ein geschäftstüchtiger Mensch zu sein, um Tobler helfen zu können. Wenn sie daran denke, von hier fortziehen, das Haus, das sie so lieb gewonnen habe, verlassen – zu – mü–ssen – –
Tränen standen ihr in den Augen.
»Ich will mir Mühe geben!« Er schrie es beinahe.
Dann sei es recht, sagte sie und versuchte zu lächeln.
»Sie dürfen nicht gleich verzagen.«
Das tue sie auch nicht. Sie sei gleichmütig genug all diesen sorgenvollen Dingen gegenüber. Gestern habe ihr Tobler bittere, und wie ihr scheine, ungerechte Vorwürfe gemacht, deswegen, daß sie seine ganze schwere Lage zu leichtsinnig nehme; sie habe es für nötig befunden, zu schweigen dazu. Was denn in einem solchen Fall eine schwache und ungeübte Frau machen könne? Ob sie gar etwa den ganzen, guten Tag lang jammern, und eine wehklagende Miene zur Schau tragen solle? Und was das nütze? Das würde doch einer einigermaßen vernünftigen Frau weder einfallen, noch auch nur anstehen können, so etwas würde sie eher für gefährlich als ziemlich halten. Sie sei im Gegenteil immer ganz guten Mutes, und sie wage es, sich im stillen für diese Haltung zu loben. Ja, das tue sie, und wenn es auch sonst auf der ganzen Welt ihr kein einziges Wesen anerkennen wolle. – Sie wisse im übrigen, wer sie sei, und sie fühle sich schon aus diesem Grunde verpflichtet, den fröhlichen und gemessenen Lebensmut nicht so bald sinken zu lassen. Daneben fühle sie wohl, wie schwer es ihr Mann zurzeit habe.
Sie war wieder heiter geworden.
»Und was Sie betrifft, Joseph,« fuhr sie fort, indem sie den Gehülfen mit ihren großen Augen anschaute, »so weiß ich ja, daß Sie ernst bei Ihren Aufgaben sind. Und von einem einzelnen Mann wird man nicht alle Lösungen und trefflichen Leistungen aufs Mal verlangen wollen. Sie fahren einen nur manchmal ein bißchen grob an. Ja, ja!«
»Sie demütigen mich, aber ich verdiene es,« sagte Joseph.