»Haben Sie Verdruß gehabt?«

Auch! Aber dieser kleine Verdruß berühre sie wenig. Sie fühle sich heute zu allerhand Gedanken hingezogen. Ob Joseph noch jassen möge? Ja? Das sei nett. Sie habe gerade jetzt eine unglaubliche Lust, Karten zu spielen. Sie glaube, das helfe ihr.

Sie setzten sich an den Tisch und spielten Karten. Pauline trug etwas zu essen auf für Frau Tobler und ging dann wieder. »Vielleicht ist diese Frau zugleich leichtsinnig und schwermütig veranlagt. So kann es sein. Übrigens bin ich ein Dummkopf!« dachte der Gehülfe.

»Sie will mir nicht gern geben, die alte Frau,« sagte mitten im Spiel Frau Tobler.

»Wer? Ach so! Die Mutter Tobler! Das kann man sich denken. Aber sie wird müssen!«

»Ja eben!« machte sie. Sie lachten beide. »Wie das wieder leichtsinnig ist,« dachte der Buchhalter und Korrespondent des technischen Bureau C. Tobler. Die Firma! Schließlich war man denn doch ein gesetzter Mann. Da saßen sie beide wieder zusammen, sie, die »unbegreifliche Frau« und er, der »kuriose Mensch«. Joseph mußte laut auflachen. Was er habe? –

»O nichts. Dummheiten.«

Sie sagte, ernster werdend, er werde sich etwa ihr gegenüber keine Scherze erlauben. Er erwiderte auf diese Bemerkung, er sei der kaufmännische Angestellte des Hauses Tobler, worauf sie sagte, sie hoffe, daß er das bestimmte Gefühl habe, er sei das. Er warf die Karten, die er in der Hand hielt, auf den Tisch, erbebte und erklärte, ein ernsthafter und solider Angestellter sei's nicht gewohnt, bis in alle Nächte hinein Karten zu spielen. Er war aufgestanden und ging, indem er erwartete, sie werde ihn zurückrufen, nach der Türe hin. Sie ließ ihn gehen.

Statt nach oben in sein Zimmer zu gehen, stieg er ins Bureau hinunter, zündete die dort befindliche Lampe an, setzte sich an seinen Tisch und schrieb an den Verwalter des Tit. Stellenvermittlungsbureau folgendes:

Sehr geehrter Herr!