»Frau Tobler!« bat Joseph. Sie schnitt ihm das Wort ab und fuhr fort:
»Unterbrechen Sie mich nicht. Lassen Sie mich die Gelegenheit ergreifen, Ihnen zu raten, wenn Sie einmal von uns fort sind – –«
»Aber ich gehe ja gar nicht fort!« –
Sie fuhr weiter:
»– – fort sind, und gedenken, sich selbständig zu machen, es anders anzustellen als mein Mann, ganz anders. Pfiffiger vor allen Dingen.«
»Ich bin nicht pfiffig,« sagte der Gehülfe.
»Wollen Sie denn Ihr Lebtag lang Angestellter bleiben?«
Er sagte, das wisse er nicht. Er bekümmere sich um Zukunftsfragen nicht viel. Sie nahm wieder das Wort auf und sagte:
»Jedenfalls haben Sie hier oben etwas sehen und sich etwas einprägen können, auch gelernt haben Sie mancherlei, wenn Sie es der Mühe wert gehalten haben, die Augen zu öffnen, und das werden Sie, so wie ich Sie einigermaßen schon kenne, getan haben. Sie sind ein bißchen an Erfahrung, an Wissen und an Gesetzen reicher geworden, und Sie werden das alles womöglich eines Tages brauchen können. Nicht wahr, manches Mal ist man Ihnen über den Mund gefahren, und getragen und ertragen haben Sie manches. Sie mußten! Wenn ich so denke – ach was, ich habe, mit einem Wort, das Gefühl, Joseph, daß Sie uns jetzt bald, bald verlassen. Nein, sagen Sie nichts. Sagen Sie lieber nichts. Einige Tage werden wir ja doch wohl schon noch zusammen bleiben, oder nicht? Was meinen Sie?«
»Ja,« sagte er. Es war ihm unmöglich, mehr zu sagen.