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Georg David Schulz und ich veranstalteten einmal in Berlin einen Wohltätigkeitsabend. Da brauchten wir vor allem Leute, die uns Billette abnehmen.
„Keine Sorge,“ sagte Schulz. „Wir schreiben der alten Lewi, Kommerzienwitwe – sie ist eine gepriesene Wohltäterin, eine Altruine – die kauft sicherlich zwölf Stück.“
„Gut. Man muß aber den Leuten für ihr Geld doch auch was bieten...“
„Keine Sorge. Schreib einfach der Carmencitta. Nenn sie eine südliche Zaubergestalt und bitt sie, einen ihrer berückenden Fandangos bei uns zu tanzen.“
Ich schrieb.
Carmencitta antwortete eisig kühl: sie könne unmöglich kommen und sende anbei drei Mark für unsre Kasse.
Der andre Brief, von Frau Lewi, lautete:
„Meine Herren! Ich bin einundsiebzig Jahre alt. Deklamieren will ich in Gottes Namen gern, weil es zugunsten der Armen ist. Doch einen Fandango – das können Sie nicht von mir verlangen.
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