Damals wußte man noch nichts von Rossius, er war ein kleiner, unbekannter Anfänger. Mit ein paar ersparten Groschen konnt er endlich eine Wohnung mieten; sogar eine im vornehmsten Stadtteil; doch Rossius bekam sie wohlfeil – ein Arzt hatte sie Hals über Kopf verlassen.

Am Haustor fand Rossius die Aufschrift vor: ‚Nachtglocke zum Arzt.‘ Er radierte ein paar Buchstaben weg und machte daraus eine ‚Nachtglocke zum Architekten.‘

Die Geschichte von dieser Nachtglocke sprach sich um – Rossius kam in aller Mund. Man wurde auf ihn aufmerksam – er war ein gemachter Mann.

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Eine Tänzerin, deren Name jetzt überall den besten Klang hat, war vor Jahren einmal als junges Ding das erstemal in Wien mit ihrer Kunst zu Gast gewesen.

Sie kam nach München heim, und man fragte sie:

„Nun, Gnädigste? Hatten Sie Erfolg in Wien? Hat es Ihnen da gefallen?“

Die Tänzerin entrückt:

„Es war kein Erfolg mehr, es war schon ein Succès. Und wie populär – denken Sie sich nur! – war ich schon nach zwei Tagen: ich ging am Graben spazieren – da traten Kavaliere mit Zylindern auf mich zu, grüßten elegant und fragten:

„Fahren wir, Euer Gnaden!?“