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Alpursa, die Tänzerin, ist aus sehr honetter Familie, sie hat sogar einen Pastor zum Onkel.

Er macht der Nichte empörte Vorhaltungen wegen ihres Gewerbes.

„Aber Onkel,“ ruft Fräulein Alpursa, „du bist in völligem, in grundlegendem Irrtum befangen. Mein Tanz ist kein ‚Gewerbe‘ – er ist eine Äußerung der Kunst – nicht geringer als eine Dichtung von Stefan George etwa, eine Komposition von Richard Strauß, ein Gemälde von Kokoschka – mein Tanz hat ebenso hohe ethische Werte wie deine Predigt.“

„Mag sein,“ sagt der Herr Pastor. „Doch, liebe Nichte: ich predige nie mit entblößtem Unterleib.“

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Von den Dichtern

Da ist mir ein Buch in die Hände geraten: ‚Dichter- und Schriftsteller-Anekdoten.‘ Es ist ja Sitte geworden, fremder Leute Witz zu sammeln und ihn als eignes Buch herauszugeben.

Diesmal gilts den Poeten. Mit vielem Fleiß sind Deutschlands, Frankreichs, Englands Geister im Blitzlicht merkwürdiger Aussprüche festgehalten. Wer aber meint, alle Blitze zündeten, der irrt sich; die meisten deutschen Wetter wenigstens führen kalte Schläge.