Und er fand auch sonst, wenn er grade übler Laune war, tausend Gründe, seinen besten Freunden gram zu sein.

Einmal schrieb er an Adolf Loos (der sich sooft für Petern geopfert hatte) einen saftiggroben Brief.

Adolf Loos ging damit zu einem befreundeten Antiquar und ließ Peters Brief ins Schaufenster hängen mit der Aufschrift:

„Autogramm – Preis 10 Gulden.“

Da hättet Ihr Peters Verblüffung sehen sollen.

*

Peter Altenberg wäre bizarr gewesen? – launenhaft? – unberechenbar? Ganz und gar nicht. Er war der folgerichtigste Denker, der mir je begegnet ist, unter allen Charakteren der am schärfsten umrissene.

Eben weil er sein Volumen bis in die letzten Kanten füllte wie ein wohlgebildeter Kristall – darum stieß er so hart an die Mitwelt; stieß immerzu an und überall, wo andre rundlich ausgewichen wären. Und diese diamantne Konsequenz auch in den letzten Auswirkungen – – die Bürger, überrascht und befremdet, nannten sie Laune, Bizarrerie, Unberechenbarkeit.

Peter Altenberg hatte sich selbst zum Kunstwerk gestaltet – ja, diese Gestaltung schien ihm wichtiger und hatte ihn mehr Hirnphosphor gekostet als seine Schriften; er sah nicht ein, warum sich ihm grade die Arbeit an der Persönlichkeit, seine mühseligste, nicht lohnen sollte. Zogen die andern Genuß aus Peters Dasein und Anwesenheit: dann mußten sie ihn dafür auch bezahlen; das verlangte er mit Recht.

Einst war Herr Muhr dahergekommen, ein Bergwerksbesitzer aus Kärnten – Freund, Anbeter und Mäzen Peter Altenbergs.