Balz, die – zeremoniöser Flirt verschiedener wildlebender Hühnerarten, wobei die Männchen eigentümliche Lockrufe hören lassen. Beim Auer- und Birkwild im Vorfrühling; beim Menschen perennierend, am heftigsten im Februar. Schwache Männchen werden von finanziell begabtern Rivalen abgekämpft.

Basare (persisch s. v. w. Marktplätze) – Sammlungen unnützer Gegenstände, durch deren Verkauf weitreichende Handelsbeziehungen zwischen den Geschlechtern herbeigeführt werden sollen. Nach der Tiefe der Dekolletage des verkaufenden Teiles richtet sich der Preis der Ware, wobei eine nachträgliche Anfechtung des Kaufvertrages aus dem Grund einer laesio enormis ausgeschlossen ist. Um die Basare im Äußern ihren morgenländischen Vorbildern anzunähern, umgibt man den Marktplatz mit Palmen, unter denen sich die Paare ungestraft ergehen dürfen. – „Gnädigste, kennen Sie einen Satz mit ‚Hosenträger‘?“

Boa – schlangenartiger Pelzstreifen, meist aus Federn, zum Schutz des weiblichen Halses bestimmt. Richtig angewendet, läßt die Boa den Hals frei, erwärmt aber den Beschauer. Beim Anhören von Geständnissen spielt das Mädchen mit dem linken Ende der Boa, um Nachdenklichkeit vorzutäuschen.

Butterbrot – prismatisches Zerealienprodukt, das oben mit einer ein bis drei Millimeter dicken Margarineschicht bedeckt ist – dient in seiner edlern Gestalt, dem Sandwich, zur Abspeisung großer Menschenmassen.

Cadaver, eris, n., – der Leichnam. Seine Frischerhaltung kostet beiweitem mehr, als er wert ist. Sie geschieht durch Waldluft und Soolbäder, in Reichenhall durch Latschendampf. Am kostspieligsten sind die elektrischen Wiederbelebungsversuche, von denen sich aber kein Arzt abhalten läßt, der Geld in derlei Apparate gesteckt hat.

Champagner – Rebenblut, das zum Wohl der Menschheit verströmt, meist in Deutschland – und nur selten in Luxemburg auf Flaschen gefüllt. – Der Kenner zieht Marken, die man bouteillenweis in soliden Lokalen kaufen kann, weit vor und trinkt grundsätzlich nur aus Kelchen, die von keinen, oder doch nicht von gesellschaftsfähigen weiblichen Lippen berührt sind.

Cri – der Schrei. Dernier cri – die letzte Mode. Beim Mann erregt sie nur Seufzen.

Dackel – humoristische Hunderasse mit konkaven Beinen, die Ureinwohner Münchens. Dackel, die unter Umgehung der Polizeivorschriften in der Öffentlichkeit erscheinen, werden von ihren Besitzern am besten verleugnet. Eine gefürchtete Spezies bilden die Poetendackel; sie erhalten von ihren Herren Wohnung, Beheizung, Beschuhung, sowie das Verpflegsgeld auf die Hand und beunruhigen dann das Küchenpersonal verheirateter Bürger durch unausgesetztes Suchen nach Nahrung.

Dämlack – Jüngling vom Land, der, mit zwei ungewechselten Zehnmarkscheinen versehen, im Saal auftaucht, Kellner mit Komiteemitgliedern verwechselt, ewig nach der Herrentoilette sucht und gegen Mitternacht unbefriedigt verschwindet.

Decolleté – der Mangel an Bekleidung des weiblichen Oberkörpers. (Siehe: Abendtoilette!) Das Decolleté pflegte Jünglinge oft aus dem Tanzrhythmus zu stören; man verlegt es daher jetzt praktischerweise auf den Rücken, wo es sich bis in gefährliche Tiefen erstrecken kann.