Doch Obermieter ist ein Schweinsohr. Ihm macht die dicke Saite nichts; ihn freut der Lärm; er klaviert.

Hierauf hat Klingemann die Nähmaschinen ankurbeln lassen – und zwar drei, besetzt von Frau Klingemann mit ihren zwei Nichten, kurz nach Mitternacht. – Obermieter schlief – und am nächsten Nachmittag um die kritische Stunde klavierte er. Klingemann klopfte vergebens mit einem Besenstiel in falschem Takt die Decke ab.

Klingemann versuchte seine Begabung durch Flucht ins Hofzimmer zu retten: Obermieter, gereizt durch die dicke Saite, die Nähmaschinen und den Besenstiel, rollte sein Piano ins Hofzimmer. Hatte er Spione in Klingemanns Haus?

Klingemann änderte seine Lebensweise: er aß zwischen zwei und drei nachmittag; schlief bis Mitternacht; und dichtete am frühen Morgen. Sofort stellte sich auch Obermieter um: er klavierte von Mitternacht bis Mittag.

Sehen Sie, die Lage war verzweifelt.

Was tut man in verzweifelten Lagen? Man ruft Jordans Letzte Hilfe an. Klingemann abonnierte bei mir.

Ich liefere vier junge Leute und ein Piano. Es spielt jetzt bei Klingemann von vier bis zehn vormittag ein gewisser Strehle, Konservatorist; von zehn bis vier Fräulein Ziegler, eine Anfängerin; von vier bis zehn Uhr abends der Korrepetitor Seil; von zehn bis vier ein Turnlehrer.

Was Klingemann unterdessen treibt? Er ist nach Partenkirchen gefahren und dichtet dort.

Und Herr Obermieter? – Sie fragen noch? Seine Lage ist doch ebenfalls verzweifelt. Selbstverständlich ist auch Obermieter bei mir abonniert. Auch bei ihm spielen vier Mann von Jordans Letzter Hilfe Klavier – unaufhörlich, Tag und Nacht. – Obermieter selbst lebt in Garmisch.“