Da befand ich mich nun in einer unseligen Geschichte. Eine achtbare Dame getödtet!... ein Schüler der Mörder! Mein Kritiker wird hier sagen, daß ich absichtlich übertreibe, um dem falschen, modernen Geschmacke zu huldigen. – Nur nicht so rasch geurtheilt, Kritikus. Die Dame war eine Gliederpuppe, ich befand mich in dem Arbeitszimmer eines Malers. Nun, klingt es anders, Kritikus?
Ich erhob mich zuerst selber und fing dann an die Dame aufzuheben. Ein einfältiges Lächeln umschwebte ihr zinnoberfarbiges Antlitz, obgleich die Nase sehr gelitten hatte. Ich besserte einigen Schaden aus, allein dies war ein zu kleiner Theil des Uebels, als daß ich mich lange dabei verweilt hätte.
Denn die Dame hatte mit der Nase an den Oelkrug gestoßen, dieser hatte das Gleichgewicht verloren, war umgefallen und hatte Pinsel, Farbenblasen, Palette herabgeworfen und Oel im Zimmer umhergeschüttet. Ich wollte dies ein wenig wieder in Ordnung bringen, allein wiederum war dieser Theil des Unglücks zu klein, als daß ich mich lange dabei aufgehalten hätte.
Denn der Oelkrug hatte im Fallen den Fuß einer erzdummen Staffelei erreicht, dieselbe hatte zu schwanken begonnen, war endlich umgefallen und hatte einen stattlichen Herrn, der an einem Nagel hing und unserm Treiben zusah, mitten auf der Brust gestreift. Der Nagel war seinem Herrn gefolgt, dieser der Staffelei und alle zusammen hatten sich über die Lampe gestürzt, die den Spiegel über dem Kamine zerschlug, indem sie ein Geschirr umwarf.
Die Verwüstung war erschrecklich, die Ueberschwemmung allgemein und die Dame lächelte immerfort.
In dem Drange dieser Ereignisse hatte meine Liebe ein wenig durch diese so heftigen, unerwarteten Unglücksfälle gelitten. Während ich so dastehe und über meine Lage nachdenke, will ich den Augenblick benutzen und erzählen, in wen ich verliebt war und wie ich es geworden.