Während ich so suchte, glaubte ich von der Seite des Gefängnisses her ein ersticktes Seufzen zu vernehmen.... ich horchte. Seid Ihr es? fragte ich den Gefangenen. Er antwortete nicht, aber das Seufzen währte fort und wurde vernehmlicher und klagender. Was gibt es, was fehlt Euch denn? rief ich jetzt mit bewegter, ängstlicher Stimme. – Ein entsetzliches Leiden, versetzte er, und kein Mittel dagegen! Die eine meiner Ketten war zu eng für mein Bein, sie hat eine Geschwulst verursacht, durch den Druck des Eisens.... O! o! rief er auf einmal aus –

Sagt,... sagt doch nur, armer Mann!

.... mir die grausamsten Schmerzen verursacht! D'rum konnte ich nicht schlafen, und sah Sie diese Nacht arbeiten.

Unglücklicher Mann! Und Ihr verlangt nicht, daß man dem abhilft?

Man besucht mich nur alle fünf Tage. Ach!... noch drei... da werd' ich's sagen.

O! wie dauert Ihr mich! Könnt ich denn nicht...

Nichts! nichts! Armes Kind... Man müßte... Ach! ach! ich fühle schon, wie Ihr Mitleid mir Linderung gibt... Man müßte... O! o!... Ach! ach!...

Was müßte man...?

Barmherzigkeit, Barmherzigkeit!... das Blut rinnt!... vom Eisen ein wenig abfeilen können...