Und diese Gedanken stoßen in seinem Hirne mit den alten erborgten Gedanken zusammen und aus dem Stoße sprühen neue Lichtfunken; denn da sein Wesen nicht gestattet, daß er zwischen allen, und besonders zwischen widersprechenden schwankt, so muß er endlich selbst über der Betrachtung eines Strohhalmes vergleichen, wählen, und wird, das ist augenscheinlich, klüger.
Und welche herrliche Weise zu arbeiten ist diese Art, seine Zeit zu vertreiben!
Allein wenn auch, streng genommen, ein Strohhalm genügt, um mit Nutzen herumzugaffen, so muß ich doch gestehen, daß ich dabei nicht stehen blieb; denn mein Fenster bot eine wunderbare Menge von Dingen dar.
Gegenüber ist das Hospital, ein gewaltiges Gebäude, wohinein nichts geht, woheraus nichts kommt, das mir nicht Zoll geben müßte. Ich erforsche die Absichten, ich errathe die Ursachen oder berechne die Folgen. Und nur selten täusche ich mich; denn wenn ich bei jedem neuen Falle die Mienen des Thürstehers befrage, so finde ich darin tausend merkwürdige Mittheilungen über die Leute. Nichts gibt über die geselligen Verhältnisse besser Auskunft als das Gesicht eines Pförtners. Es ist ein Wunderspiegel, worin sich in allen verschiedenen Abstufungen kriechende Ehrfurcht, erhabene Beschützermiene oder grobe Geringschätzung kundgeben, je nachdem der reiche Direktor, der untergeordnete Beamte oder das arme Findelkind sich in ihm abspiegelt. Ein wechselhafter Spiegel, aber treu.