Mein Fräulein... Und da blieb ich stecken.
Herr Tom... versetzte sie und suchte ihrer Verlegenheit Herr zu werden: Ich werde wiederkommen, da er nicht zu Hause ist. Sie verneigte sich leicht, ging davon und ließ mich in einer so übermäßigen Verwirrung stehen, daß ich nicht eher daran dachte, sie zu geleiten, bis sie bereits die Thüre der Bibliothek hinter sich hatte. Jetzt erst eilte ich ihr nach. Sie war verwirrt, ich auch; und als wir in der Dunkelheit der Hausflur beide die Thür öffnen wollten, begegneten sich unsere Hände – ein Wonneschauer durchzuckte meinen ganzen Körper. Sie ging; ich blieb allein, allein in der weiten Welt.
Kaum war sie fort, da kam meine Anrede ganz und gar wieder. Ich schalt mich über mein linkisches Wesen, meine Dummheit, meine Verlegenheit. Denn damals wußte ich noch nicht, daß diese Verlegenheit, diese Unbeholfenheit gleichfalls ihre Sprache habe, die bei vielen Frauen sehr großen Eindruck macht und weit schwieriger nachzuahmen ist, als jede andere. Indeß erinnerte ich mich bald an den Ausdruck ihrer Mienen, ihre Verwirrung, ihren Blick, und wurde dadurch weit zufriedener gestellt. Ich eilte wieder an das Fenster, um sie gehen zu sehen, da hörte ich die Thüre hinter mir sich öffnen. Kaum hatte ich Zeit, um auf das Bett meines Oheims zu springen, wo ich mich hinter den alten grünen Vorhängen, die jegliches Licht von demselben abhielten, verbarg.
Aber, mein liebes Kind, was Sie mir sagten...
Ein junger Mensch, ich versichere Sie, Herr Tom.
Ein junger Mensch! der Unverschämte! Und wie benahm er sich?
Er benahm sich gut. Er sah gar nicht unverschämt aus, Herr Tom.
Das bleibt sich gleich... denn sehen Sie, so sich hier als Herr zu benehmen...