Perrotin neigte sich mit einem sanften Lächeln zu Clerambaults schmerzlichem Gesicht, streichelte ihm zärtlich die Hand und sagte:

„Mein lieber Bodhisattva, was wollen Sie also tun? Wen wollen Sie also retten? Was wollen Sie also retten?“

„Ja, ich weiß wohl“, sagte Clerambault und senkte den Kopf, „ich weiß wohl, wie wenig ich bin, wie wenig ich vermag. Ich kenne die Nichtigkeit meiner Wünsche und meines Protestes. Halten Sie mich nicht für eingebildet, aber was kann ich dagegen tun, wenn meine Pflicht mir zu sprechen gebietet?“

„Ihre Pflicht ist, etwas zu tun, was nützlich und vernünftig ist, nicht aber, sich vergeblich zu opfern.“

„Was ist das, was Sie „vergeblich“ nennen? Können Sie im vorhinein bei Samenkörnern dasjenige unterscheiden, das gedeihen wird, und jenes, das zugrunde geht? Und ist dies ein Grund, den Samen nicht auszuwerfen? Welcher Fortschritt wäre jemals geschehen, wenn der, in dessen Brust das Samenkorn wuchs, zurückgeschreckt wäre vor dem ungeheuren Block der gewohnheitsträgen Vergangenheit, der ihn zu zerschmettern droht?“

„Ich verstehe, daß der Gelehrte die Wahrheit verteidigt, die er gefunden hat. Aber ist diese soziale Betätigung denn Ihre Mission? Dichter, bleibe deinen Träumen treu, auf daß deine Träume dir treu bleiben.“

„Ich bin zuerst Mensch, und dann erst Dichter. Jeder anständige Mensch hat eine Mission.“

„Aber Sie tragen geistige Werte in sich, die zu kostbar sind, und es wäre Mord, sie hinzuopfern.“

„Ja, nicht wahr, man soll also nur den kleinen Leuten das Opfer überlassen, die nicht viel zu verlieren haben?“

Er schwieg einen Augenblick und sagte dann: