„So war er also weniger traurig am Ende?“

„Ja, mein Herr, er hatte sich abgefunden, wie schließlich wir alle. Man weiß nicht, wieso das kommt, man steht jeden Tag, fast jeder mit demselben Fuß auf, man ist einander nicht ähnlich, aber schließlich ist man schon mehr die andern als man selbst. Und das ist besser so, man leidet nicht mehr so viel, man fühlt sich selbst weniger, man wird eine einzige Masse. Außer, wenn es Urlaub gibt — dann wird es schlecht für die, die zurückkommen — und so war’s auch gerade bei dem kleinen Sergeanten, als er zum letztenmal wiederkam... da geht es dann nicht mehr gut....“

Clerambault sagte hastig aus gepreßtem Herzen: „Wie, damals, als er zurückkam...?“

„Ja, da war er sehr niedergedrückt. Niemals hatte ich ihn so kleinmütig gesehen wie in jenen Tagen.“

Ein schmerzlicher Ausdruck malte sich in Clerambaults Gesicht. Bei einer Bewegung, die er machte, wendete sich der Verwundete, der, bisher die Augen zur Zimmerdecke gerichtet, gesprochen hatte, mit dem Blick gegen ihn, sah und verstand offenbar alles, denn er fügte hinzu:

„Aber er hat sich schon wieder herausgerappelt nachher.“

Clerambault faßte von neuem die Hand des Kranken.

„Sagen Sie mir, was er Ihnen erzählte, sagen Sie mir alles.“

Der Mann zögerte, dann sagte er:

„Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau.“