Ein Schweigen. Der Flug eines Projektils heulte durch den Himmel. Der Kamerad tat einen tiefen Zug aus der Pfeife.
„Also, es hat dir hinten nicht gefallen, mein Kleiner? Ich habe es mir gleich gedacht.“
„Warum denn?“
„Weil, wenn der eine schuftet und der andere nicht, so haben die beiden einander nichts zu sagen.“
„Aber sie leiden ja auch....“
„Ja, aber es ist nicht dasselbe Brot. Du kannst noch so geschickt sein, du wirst niemals einem, der ihn nicht kennt, den Zahnschmerz erklären können. So versuche mal denen da hinten, die in ihren Betten liegen, begreiflich zu machen, was hier vorgeht. Für mich ist es nicht neu, ich habe den Krieg nicht nötig gehabt... Ich habe das mein ganzes Leben gekannt. Aber glaubst du, wenn ich mich auf der Erde abrackerte und mir das Mark aus den Knochen schwitzte, daß andere sich darüber beunruhigt haben? Ich sage damit nicht, daß sie deshalb schlecht sind. Sie sind nicht gut, sind nicht schlecht, sind eben wie fast alle Welt ist. Können’s halt nicht auffassen. Um etwas zu verstehen, muß man’s selber spüren, die Sache auf sich nehmen, die ganze Qual auf sich nehmen. Wenn nicht — und man tut es ja nicht, mein Junge — da muß man eben das Kreuz darüber machen, versuch’s nicht zu erklären. Die Welt ist eben so wie sie ist. Da ist nichts zu ändern.“
„Das wäre zu furchtbar. Dann lohnte es ja nicht mehr zu leben.“
„Warum denn nicht, zum Teufel? Ich habe es ganz gut ertragen, und du bist nicht weniger wert als ich. Du bist klüger, du kannst lernen, man lernt alles ertragen. Alles. Und dann — etwas zusammen zu ertragen, ist zwar noch keine Freude, aber es ist nicht mehr ganz eine Qual. Allein zu sein, das ist das härteste. Du bist nicht allein, mein Kleiner.“ Maxime sah ihm ins Gesicht und sagte:
„Dort hinten war ich’s, hier bin ich es nicht mehr...“