[220] (S. 153): „Das Gesetz vom ‚dem Bösen Nichtwiderstreben’ ist das Fundament für die Kuppel des Gebäudes. Das Gesetz von der gegenseitigen Hilfe zugeben unter Verkennung der Vorschrift des Nichtwiderstrebens, hieße die Kuppel erbauen, ohne sie von Grund auf zu fundamentieren.” („Das Ende einer Welt.”)

[221] (S. 153): In einem Brief, den Tolstoi im Jahre 1900 an einen Freund schrieb, beklagt er sich, daß seiner Grundlehre vom Nichtwiderstreben eine falsche Auslegung gegeben werde. „Man verwechselt”, sagt er, „das Wort ‚Widersetze dich nicht dem Bösen durch Böses’... mit ‚Widersetze dich nicht dem Bösen’, d. h. mit ‚Sei gleichgültig dem Bösen gegenüber’... Während der Kampf gegen das Böse das einzige Ziel des Christentums ist, und das Gebot vom ‚dem Bösen Nichtwiderstreben’ als das wirksamste Kampfmittel gegeben ist.”

[222] (S. 154): „Das Ende einer Welt.”

[223] (S. 154): Tolstoi hat zwei Typen solcher Sektierer gezeichnet: den einen am Schluß der „Auferstehung”, — den andern in „Noch drei Tode”.

[224] (S. 155): Nachdem Tolstoi die Agitation der Semstwos verurteilt hatte, machte sich Gorki zum Dolmetscher seiner Freunde und schrieb: „Dieser Mann ist zum Sklaven seiner Idee geworden. Seit langem hält er sich abseits vom russischen Leben und hört nicht mehr auf die Stimme des Volkes. Er schwebt zu hoch über Rußland.”

[225] (S. 155): Es war ihm ein brennender Schmerz, daß er es nicht fertig brachte, verfolgt zu werden. Es gelüstete ihn geradezu nach dem Märtyrertum, aber die Regierung war klug genug und hütete sich, dieses Gelüst zu befriedigen. — „Rings um mich verfolgt man meine Freunde, aber mich läßt man ungeschoren; und wenn irgend jemand gefährlich ist, dann bin ich es doch sicher. Vermutlich bin ich die Verfolgung nicht wert, und dessen schäme ich mich.” (Brief an Teneromo, 1892.) — „Offenbar bin ich der Verfolgungen nicht wert, und ich werde wohl so sterben müssen, ohne durch körperliche Leiden für die Wahrheit zeugen zu dürfen.” (Brief an Teneromo vom 16. Mai 1892.) — „Es ist mir peinlich, in Freiheit zu leben.” (Brief an Teneromo vom 1. Juni 1894.) — Gott weiß indessen, daß er nichts dazu tat! Er beleidigt die Zaren, er greift das Vaterland an, „diesen fürchterlichen Götzen, dem die Menschen ihr Leben, ihre Freiheit und ihre Vernunft opfern”. („Das Ende einer Welt.”) — Man lese in „Krieg und Frieden” das Resümee, das er aus der Geschichte Rußlands zieht. Es ist eine Galerie von Scheusälern: „der verrückte Iwan der Schreckliche, der weinselige Peter I., die ungebildete Köchin Katharina I., die ausschweifende Elisabeth, der degenerierte Paul, der vatermörderische Alexander I. (der einzige übrigens, für den Tolstoi trotzdem noch eine heimliche Zärtlichkeit empfand), der grausame und unwissende Nikolaus I., der wenig begabte und eher schlechte als gute Alexander II., der dumme, rohe und unwissende Alexander III., der einfältige Husarenoffizier Nikolaus II., ein junger Mann, der von Schurken umgeben ist und selbst nichts weiß und versteht.”

[226] (S. 155): Brief an den widerspenstigen Gontscharenko vom 17. Januar 1905.

[227] (S. 155): An die Duchoborzen vom Kaukasus, 1898.

[228] (S. 155): Brief an einen Freund, 1900.

[229] (S. 155): An Gontscharenko, 2. Februar 1905.