„Sie haben mir doch erzählt, daß Sie meist allein zu Hause sind?“
„Ja, an den Tagen, wo Mutter in der Fabrik ist. Aber ich getraue mich nicht . . .“
„Haben Sie Angst, daß man uns sieht?“
„Nein, deswegen nicht. Wir haben keine Nachbarn.“
„Also was fürchten Sie dann?“
Lutz antwortete nicht. Sie waren bei der Elektrischen angelangt. Es warteten zwar viele Leute, aber man sah sie kaum, der Nebel schied das Pärchen immer noch von der übrigen Welt. Sie mied seinen Blick.
Da faßte er ihre beiden Hände und sagte warm:
„Keine Angst haben, mein Schatz . . .“ Lutz erhob den Blick, und sie sahen einander in die Augen; diese zwei Augenpaare schauten so klar und ehrlich! „Ich vertraue Ihnen,“ sagte sie. Sie schloß die Augen. Sie fühlte, daß sie ihm heilig war.
Die Hände lösten sich voneinander. Die Tram gab das Abfahrtszeichen. In Peters Blick lag eine innige Bitte.
„An welchem Tage?“ fragte er.