»Nun ja, Sie sagten doch eben, Sie kennen die ganze Welt? Das wäre mein sehnlichster Wunsch! Ich möchte das ganze Jahr auf Reisen sein, im Winter an der Riviera oder in Kairo, im Sommer in der Schweiz oder in Norwegen, und ich würde nicht müde und schwindlig werden. Man braucht doch in der Welt nur Geld zu haben, dann stehen einem alle Herrlichkeiten offen. Wenn ich denke, daß es soviel Sehenswertes giebt, und ich soll es vielleicht nie kennen lernen –! Ach, nur fort, nur fort!«

Dann, als hätte sie schon zuviel gesagt, verstummte sie jählings, und hörte wieder unbeweglich zu, während Elmenreich eine große Rede über das Lästige und Banale der Vergnügungsreisen hielt.

Später kam jemand von einem Nachbartisch herüber.

»Können Sie vielleicht Auskunft geben, Herr Doktor«, sagte er zu Elmenreich mit Gelächter, »wo steckt denn Pipin? Es ist schon ein allgemeines Fragen um ihn. Die jungen Damen möchten gerne Kirschen haben; da könnte doch Pipin geschwind einmal in den Markt laufen.«

Er lachte laut.

Eugenie sah den Lachenden von oben herab an.

»Pipin ist in den Markt gegangen, um etwas aus der Apotheke zu holen«, sagte sie kühl. »Die Mama hat ihn darum gebeten; sie ist heute nicht ganz wohl.«

Der Lachende entschuldigte sich und ging an seinen Tisch zurück. Dort entstand eine große Heiterkeit; der Umstand, daß Pipin im Regen herumlaufen mußte, schien eine unwiderstehliche Komik zu haben.

* * *

Ein grelles, kreischendes Lachen nähert sich. Es ist die Dame mit dem bunten Blumenhut, die so lacht, und ihr Begleiter, der sie so unterhält, ist einer der anwesenden Würdenträger. Daneben geht Eugenie, stumm, unbeweglich, mit einem lässigen, müden Schritt, und einem Gesicht, das so teilnahmslos ist, als höre sie einem Gespräch in einer fremden Sprache zu.