Dieses Lachen machte Elmenreich stutzig. Er hielt inne und sah befremdet auf.
»Da ist nichts zum Lachen«, sagte er finster. »Sie haben eben von solchen Zuständen keinen Begriff! Wenn Sie wüßten, wie einem solchen Menschen zu Mute ist, würden Sie nicht lachen.«
»Aber Herr Doktor, wenn jemand über sich selbst so lustig redet, kann es doch nicht gefährlich sein!«
»Lustig? Das kommt Ihnen lustig vor? Ich bin also für Sie eine Art trauriger Hanswurst, der umso komischer wirkt, je melancholischer er sich geberdet? Aber ich gestehe, Fräulein Eugenie, die Rolle des unfreiwilligen Komikers zu spielen, hab' ich nicht Lust. Das Leben hat mir zu wenig Humor dafür gelassen –«
Er war ernstlich böse.
Eugenie blickte ihn fassungslos an. Das Weinen schien ihr nahe zu sein.
»Nun weiß ich wirklich nicht mehr, was ich sagen soll! Ich kann es Ihnen nicht recht machen –«
»Ja, ich bin ein unleidlicher Patron, hab' ich es Ihnen nicht gesagt? Geben Sie mich auf, Fräulein Eugenie; wir werden uns nie verständigen. Mit solchen vertrackten Menschen wie ich ist nicht auszukommen, wie oft soll ich es denn wiederholen? Wollen Sie durchaus nicht hören?«
Sie legte schweigend ihre Hand mit dem Rücken an die Stirne und schloß die Augen. Ueber ihr marmornes Gesicht, dessen Linien so bedeutend sind, und das so wenig von dem verrät, was sich in der Tiefe dieser Seele abspielt, ging eine flüchtige Bewegung – vielleicht Beschämung, vielleicht Enttäuschung, vielleicht nur Aerger.
Elmenreich sah diese Geberde. Und seine Haltung veränderte sich; er zog Eugeniens Hand von ihrer Stirne weg, schüttelte sie halb scherzhaft und halb leidenschaftlich und sagte mit einer Stimme, die nicht ohne Zärtlichkeit war: