»Aber Elmenreich! Glauben Sie denn im Ernst, daß meine Meinung den Eindruck, den Sie selber haben, im Geringsten beeinflussen könnte? Meine Meinung würde Sie nur zum Widerspruch reizen – nicht weil Sie sie geringschätzen, sondern eben, weil Sie sich nicht beeinflussen lassen wollen –«

Da lacht er mit seinem kurzen, scharfen Lachen. »Ja, das ist wahr! Ich bin dazu verurteilt, mit mir allein zu bleiben in alle Ewigkeit ...«

II. Teil.
Der Auserwählte.

Hier entstand eine Lücke in diesen Aufzeichnungen. Mein Mann holte mich zu einer kleinen Reise ab, und ich war ungefähr eine Woche abwesend.

Als ich zurückkam, fiel es mir auf, daß eine Art Entfremdung zwischen Pipin und Elmenreich eingetreten war. Nicht als ob Pipin weniger ehrfurchtsvoll jeden Wink Elmenreichs beobachtet hätte. Aber es war nicht mehr Elmenreich, dem er sich anschloß, wenn mittags die Tafel aufgehoben wurde, es war der Graf. Die herablassenden Blicke, mit denen Graf Hermosa sonst Pipins Annäherungen duldete, hatten sich in vertrauliche verwandelt; er ergriff beim Fortgehen Pipins Arm, und man konnte unschwer merken, daß er wichtige Angelegenheiten mit ihm verhandelte.

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(Aus einem Briefe.)

11. August 1893.