Gleich darauf stürzte Pipin auf mich zu. Beunruhigt sah er sich nach allen Seiten um:
»Wohin ist Doktor Elmenreich verschwunden? Ist etwas vorgefallen? Er wird sich doch nicht im letzten Augenblick anders besonnen haben? Guter Gott, das wäre ein Schlag für den Grafen –«
Und schon war auch der Graf da. Er schien in der That nahe daran, über Elmenreichs Verschwinden außer sich zu geraten. Eine verzweifelte Unruhe arbeitete in seinem blassen Gesicht; »er muß, er muß, er muß!« murmelte er eigensinnig. Und dann gab er die widersprechendsten Befehle; Pipin sollte allein hinaufgehen und dem Meister sagen, daß alles gescheitert sei, der Brunnhofer Seppl aber sollte die Körbe niederstellen und den Wald durchstreifen, um Elmenreich einzufangen und, wenn nötig, mit Gewalt zurückzubringen.
Schließlich gelang es Pipin, ihn einigermaßen zu beruhigen: Elmenreich habe versprochen, zu kommen, und Elmenreich halte unter allen Umständen, was er verspreche.
Als wir kaum unseren Weg wieder aufgenommen hatten, begann es zu regnen. Neue Schwierigkeit. Bei Regen konnte das »Fest des ersten Versuches« nicht abgehalten werden. Das Zimmer des Meisters war nicht geräumig genug, um sechs Zuhörer zu fassen; auch wollte er nur im Freien, »im Angesichte der Natur« seinen Vortrag halten. Wenn der Regen nicht aufhörte, mußten wir umkehren.
Eugenie und Dr. Kranich waren schon weit voraus; Pipin lief ihnen mit einem Regenschirm nach, während wir drei Uebriggebliebenen uns unter die Bäume stellten und abwarteten.
Die Zeit verging; der Graf trat vor Nervosität unaufhörlich von einem Fuß auf den anderen und fragte alle zwei Minuten den Brunnhofer-Seppl um seine Meinung als einheimische Autorität in Wettersachen. Aber der Brunnhofer-Seppl machte es wie alle meteorologischen Autoritäten und gab seine Meinung dahin ab, daß sich etwas Bestimmtes nicht vorhersagen ließe.
So gingen wir endlich dennoch im Regen weiter. Es kam mir vor, als ob das »Fest des ersten Versuches« unter einem schlechten Stern beginne.
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Vor dem Hause des Meisters.